Presets – Vorgaben in Lightroom und Photoshop

Nach dem geschossenen Foto ist vor der Nachbearbeitung. Oder auch Optimierung genannt, was die meisten von Euch sicherlich in Lightroom oder Photoshop tätigen werden. Und wer kennt die Situation nicht, dass man ein Free Presets von einem seiner Fotografen bekommt, denen man folgt. Mit nur einem Klick den perfekten Bildlook erschaffen oder die besten Kontraste, so die versprechen. Ja da hat sich wohl jemand versprochen …

Die Ausgangssituation wird sein, du machst einen klick auf das entsprechende Presets und schon sieht dein Bild irgendwie komisch aus. Ganz und Gar nicht so „perfekt“ wie angekündigt. Aber woran liegt das?

Eine Überschrift brennt sich in meinen Kopf hinein; Warum die meisten Lightroom Presets nutzlos sind! Gebannt lese ich den Artikel und komme aus dem Lachen nicht mehr raus. Ich lache nicht über den Artikel sondern über mich selbst. Ich kenne die Situation, so ging es mir auch. Verflucht habe ich diese Presets, die einem so viel versprechen und irgendwie nie zu meinen eigenen Bildern passen.

Ein Fallbeispiel eines Presets wird gerade besprochen. Das Preset „Helligkeit und Kontrast“, auf ein unterbelichtetes Bild angewendet bewirkt es Wunder und zeigt seine ganze Stärke. Doch auf ein harmonisch und korrekt belichtetes Bild angewendet sieht das Preset völlig daneben aus. Eine völlige Überbelichtung, da helfen auch keine Kontraste mehr. Alles matsche, alles scheiße! Es gibt eben kein “one-size-fits-all” Preset!!!

Jedes Bild ist unterschiedlich, deshalb muss auch jedes Bild unterschiedlich gehandhabt werden. Die meisten Presets greifen in die Grundeinstellungen ein, Belichtung, Kontrast, Lichter, Schatten undsoweiter. Aber genau hier muss jedes Bild unterschiedlich optimiert werden. Hier gibt es kein „All in One“! Auch wenn man jedes Bild separat „anpacken“ muss, gibt es Möglichkeiten dies Stapelbar zu händeln. Das Zauberwort hierbei nennt sich „Modular“.

// Modulare Presets

Stell dir deinen eigenen Baukasten zusammen. Der modulare Aufbau deiner zukünftigen Presets helfen dir dabei die Anpassungen vorzunehmen die du brauchst. So kannst du jedes Bild individueller und selektiver anpassen und dabei auf spezielle Besonderheiten eingehen.

Ich habe mir zum Jahresanfang die Zeit genommen und teile meiner Presets komplett neu aufgesetzt. Gedanken gemacht, wie ich die Presets an meine Bedürfnisse anpassen kann und wie ich diese in meinem Workflow einbinden kann. Hier habe ich mich für ein 5 Punkte modularen Baukasten Prinzip entschieden …

modulares Preset / Vorgaben für Lightroom und Photoshop

// Meine Schritte der Bildentwicklung mit modularen Presets

1. automatische Grundeinstellung

Die automatische Grundeinstellung lasse ich meist als „Importvorgabe“ bereits beim importieren meiner Bilder anwenden.

In dieser „Importvorgabe“ werden die  Einstellungen der Objektivkorrekturen angewandt, die chromatische Aberrationen entfernt, eine Grundschärfe festgelegt sowie die Grundeinstellungen (Belichtung, Kontrast, Lichter, Schatten, etc.) von Lightroom automatisch vorgenommen. Warum die Grundeinstellungen von Lightroom vornehmen lassen? Die automatischen Anpassungen werden individuell auf jedes Bild vorgenommen und zudem sind sie eine gute Ausgangsbasis für weitere Anpassungen.

Ich unterscheide bei mir die automatische Grundeinstellung zwischen der Kamera und Adobe – beide sind etwas unterschiedlich und je nach gewünschter Einstellung verwende ich das Eine oder das Andere.

2. Kontraste

Kontraste gehören in jedes Bild, wie der Name schon sagt, können wir mit den Kontrasten gezielt ein Bild mit einer Wirkung versehen. Auch gewisse Looks sind hier möglich, die man ebenfalls als modulares Presets hinzufügen kann. Die Schatten Bereiche aufhellen oder gar abdunkeln, die Mitten sowie die Lichter, alles lässt sich nach seinen Wünschen anpassen und anschließend als Vorgabe / Preset abspeichern.

3. Bildlook

Hier enstehen die Farben die das Bild einzigartig machen. Die Emotionen wecken und du sogar durch Farbe einzelnen Details hervorheben kannst. Ein Tipp, wenn du deine Bildlooks abspeicherst, verwende aussagekräftige Namen, damit du diese später schneller findest und du weißt, welchen Bildlook du deinem Bild verpassen möchtest. P.S. Warum ich in meiner Grafik noch keinen Punkt 3 – Bildlook habe? Das liegt daran, dass ich bisher noch keinen Bildlook erstellt habe. Das passiert bei mir in der Praxis und da ich dieses Jahr noch nicht an neuen Projekten gearbeitet habe, fehlt der Punkt 3 – Bildlook bei mir aktuell.

4. Vignette

Hier zeigt sich der modulare Aufbau der Presets ebenfalls als Genie. Nachdem ich zwischen Lightroom und Photoshop switche, kann ich im nachhinein in Lightroom separat noch eine Vignette hinzufügen. Hierfür habe ich mir bereits meine meist verwendeten Vignetten als Vorgaben gespeichert.

5. Schärfen

Ich habe bereits beim Import eine Grundschärfe auf das Bild gelegt, aber wenn diese nicht passend genug ist oder ich selektiv arbeiten möchte, kann ich mir eine weitere Schärfe als Vorgabe ins Bild mit einarbeiten. Auch hier habe ich meine gebräuchlichsten Schärfe(n) als Vorgabe abgespeichert. Ggf. muss man den Reiter „Maskieren“ noch anpassen, wenn man die Schärfe nicht auf das ganze Bild gelegt haben möchte.

// Fazit

Bei modularen Presets braucht man keine Sorge haben, dass man durch den Einsatz mehrerer Presets andere Einstellungen aus den einzelnen Reiter verändert. Das ist nämlich bei vielen gekauften und freien Vorgaben der Fall. Hier aber kann man gestalten und variieren nach seinen eigenen Wünschen. Hier bist du der Herr über die Regler und nicht irgendein Preset.

Ich hoffe dich ein wenig in den Bann gezogen zu haben und das du ebenfalls mal über deine Presets nachdenkst. Ich habe mir meine Gedanken gemacht als ich den Artikel gelesen haben und nun bist du dran. Ob du selbst etwas ändern wirst oder gar schon mit modularen Presets arbeitest, kannst du mir gerne in den Kommentaren mitteilen …

Bis dahin alles Gute, dein

Pirate Mirco

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